Friday, August 7, 2009

AACHEN -- Museen der Stadt, eine Auswahl

Museen der Stadt, eine Auswahl

Dass Kunst und Kultur in Aachen einen besonderen Stellenwert besitzen, ist offensichtlich. Allein die Vielfalt, mit der das Aachener Münster und seine Domschatzkammer aufwarten, ist beeindruckend. Den Ruf der Kaiserstadt als Kunst- und Kulturmetropole indessen aber begründet seine große Anzahl an Museen ebenso wie die über ihre Stadtgrenzen hinaus bekannten Kunst-Mäzene Irene und Peter Ludwig sowie Barthold Suermondt. Sie haben dem Aachener Kunstleben unschätzbare Impulse gegeben. Die Stadt hat sie dafür mit einem Denkmal gewürdigt: In den 1888 für den Fabrikanten Eduard Cassalette errichteten Neurenaissance-Bau zog das Suermondt-Ludwig-Museum ein, das 1995 um einen futuristisch aussehenden Anbau erweitert wurde. Das Couven-Museum erinnert an zwei andere große Söhne der Stadt: Johann Joseph Couven (1701 bis 1763) und an dessen Sohn Jakob (1735 bis 1812). Beide haben durch ihre Architektur das Gesicht der Stadt maßgeblich geprägt. Die Barockbauten seines Vaters hatten auch Jakob Couven beeinflusst; er aber widmete sich gleichzeitig dem Übergang zum klassizistischen Stil. Und eine . weltweit vielleicht einzigartige . Rarität bietet die europäische Metropole interessierten Museums-Liebhabern überdies. Gemeint ist das Zeitungsmuseum der Stadt. Wer will, kann hier einen Spaziergang durch den Blätterwald vergangener Zeiten unternehmen.
Heimatmuseum Burg Frankenberg
Heimatmuseum Burg Frankenberg

Burg Frankenberg (Heimatmuseum)
Bismarckstraße 68, 52058 Aachen
Tel.: (02 41) 4 32-44 10
Öffnungszeiten: dienstags - freitags 10.00 - 17.00 Uhr, samstags und sonntags 10.00 - 13.00 Uhr. Führungen sonntags 11.00 Uhr.
Im Sommer bietet Burg Frankenberg ein Open-Air-Theater.
Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg beherbergt heute das Museum für Stadtgeschichte und Kunstgewerbe. Zu sehen sind Funde aus der Steinzeit bis zur Neuzeit. Prähistorische Gegenstände, Objekte aus der Römer- und Karolingerzeit sowie vom Mittelalter bis heute dokumentieren die Geschichte der Kaiserstadt. Besonders erwähnenswert sind die Erklärungen zu den Rethel-Fresken im Rathaus, ein Münzkabinett und Kunstgewerbe-Gegenstände.
Haltestelle Schloßstraße, ASEAG-Linie Bus 33.


Computer-Museum
Sommerfeldstraße 32, 52074 Aachen
Tel.: (02 41) 80-76 07
Öffnungszeiten: dienstags 8.30 - 13.00 Uhr, mittwochs 16.00 - 19.00 Uhr. Führungen nach Vereinbarung.
Das Museum gehört zur Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) und wurde 1965 gegründet. Der erste Rechner der RWTH gehört ebenso zu der Ausstellung wie der Heim-PC unserer Tage. In einem Überblick über die Entstehung der ersten Groß-Computer bis zur heutigen Chip-Herstellung erhalten Besucher eine Rückschau über die rasante Entwicklung in diesem noch relativ jungen, aber nicht mehr verzichtbaren Bereich. Dass Interessierte hier auch selbst mit einem PC umgehen dürfen, versteht sich dabei beinahe von selbst.
Haltestelle Physik-Zentrum, ASEAG-Linie Bus 23.
Couven-Museum
Das Couven-Museum gilt als besondere Attraktion unter den Museen der Stadt.

Couven-Museum
Hühnermarkt 17, 52058 Aachen
Tel.: (02 41) 4 32-44 21
Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs, freitags - sonntags 10.00 - 17.00 Uhr, donnerstags 10.00 - 13.00 Uhr. Führungen sonntags 11.15. Uhr
Das Haus ist den bekannten Architekten Johann Joseph (1701 bis 1763) und Jakob Couven (1735 bis 1812) gewidmet. Vater und Sohn waren im Rhein-Maas-Gebiet wegen ihrer barocken Bauten geachtet. Jakob machte sich dadurch einen Namen, dass er vom Barock den Bogen zum Klassizismus schlug.

Das Couven-Museum enthält in 26 Räumen eine Sammlung hoher bürgerlicher Wohnkultur aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Es zeigt Einrichtungen, Kamine und Stuckarbeiten vom Rokoko bis zur Biedermeier-Zeit (1740 bis 1840). Es ist, als hätten die Bewohner die Wohnung nur für kurze Zeit einmal verlassen. Als ehemaliges Haus des Apothekers Andreas Monheim gilt es als besondere Attraktion unter den Museen der Stadt. Besonders sehenswert ist die schlichte Einrichtung der Adler-Apotheke von 1788. Hier wurde 1857 die Schokoladenherstellung begründet, die am Anfang der Entwicklung Aachens hin zu einem Zentrum der Süßwaren-Industrie stand. Sie befindet sich im Erdgeschoss und wurde für das Museum rekonstruiert.

Im Stil des Rokoko wurde das Haus nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg neu errichtet und enthält unter anderem eine bedeutende Fliesensammlung aus der Stiftung Ludwig. Für das Jahr 2001, zum 300. Geburtstag Johann Joseph Couvens, wurde das Museum im Herzen der Altstadt neu hergerichtet. Kosten für die Renovierung der Fassade, des Innenhofs und des maroden Dachs: knapp eine Million DM.

Im Oktober 2000 begannen Handwerker und Kunsthandwerker damit, das kostbare Interieur des Hauses zu restaurieren. Ungezählte großformatige Wandmalereien aus den Herrenhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts . die damals die Funktion der heutigen Tapete oder der Raufasertapete hatten . gehören ebenso dazu wie eine neue Versiegelung der Parkettböden mit Bienenwachs oder das Restaurieren der prächtigen Textilvorhänge. Zum Jubiläumsjahr wurde das Museum außerdem mit neuen, interessanten Ausstellungen belebt. Dazu gehören eine äußerst wertvolle Porzellan-Sammlung und kostbarer Schmuck im Barock-, Rokoko- und Renaissance-Stil. Etwa 600 Zeichnungen dokumentieren die Vielseitigkeit des Architekten Couven, der sich schon zu seiner Zeit städtebaulicher Maßnahmen wie der Be- und Entwässerung oder der Industrie- und Hüttenbauten angenommen hatte.
Haltestelle Elisenbrunnen, ASEAG-Linie Bus 1, 11, 14, 21, 46, 56; oder
Haltestelle Bushof, ASEAG-Linie Bus 1, 11, 14, 21, 46, 56, dort ab Haltestelle 14 umsteigen: ASEAG-Linie Bus 4 bis Haltestelle Pontstraße; oder
Haltestelle Markt ASEAG-Linie Bus 3 bis Haltestelle Schanz, dort umsteigen: ASEAG-Linie Bus 4.
Ludwig-Forum für Internationale Kunst
Das Ludwig-Forum für Internationale Kunst

Ludwig-Forum für Internationale Kunst (ehemalige Schirmfabrik)
Jülicher Straße 97, 52070 Aachen
Tel.: (02 41) 18 07-0
Internet: www.heimat.de/ludwigforum
E-Mail
: ludwigforum@aachen.heimat.de
Öffnungszeiten: dienstags und donnerstags 10.00 - 16.30 Uhr, mittwochs und freitags 10.00 - 19.30 Uhr, samstags und sonntags 11.00 - 16.30 Uhr. Führungen sonntags 11.30 und 15.00 Uhr, an anderen Tagen auch nach Voranmeldung.
Bibliothek/Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs und donnerstags 10.00 - 17.00 Uhr, freitags 10.00 - 16.00 Uhr.
Das Ludwig-Forum für Internationale Kunst ist weit über die Grenzen Aachens hinaus bekannt. Seit 1991 ist es in der ehemaligen Schirmfabrik Brauer, einem Gebäude aus den zwanziger Jahren und im Bauhausstil errichtet, untergebracht. Architekt war Josef Bachmann. Strenge Geometrie und ein klar gegliederter Bau kennzeichnen das Gebäude. Sein Mittelpunkt ist die etwa 3.000 qm große Shedhalle, die von Professor Fritz Eller umgebaut wurde und nun über eine 300 qm große Aktionsmulde verfügt. Sie wird für Veranstaltungen genutzt.

In der mit Sheddächern (sägezahnförmig) geschützten Halle werden Skulpturen ausgestellt. In um sie herum gruppierten Räumen, dem Lichtturm, den Galerien und Obergeschossen finden sich verschiedene Themenbereiche und Wechsel-Ausstellungen. Tiefparterre, Loggia, Lichthof und Skulpturengarten bieten der Kunst weiteren Raum. Großplastiken . am Eingang der 9 Meter hohe Ballerina-Clown von Jonathan Borofsky (1991) ., vor allem aus den sechziger Jahren, räumen der Pop-Art breiten Raum ein. Zu sehen sind Werke von Jasper Johns, Roy Lichtenstein oder Robert Rauschenberg.

Eine Reihe beeindruckender Arbeiten empfängt den Kunstliebhaber: Duane Hensons Supermarket Lady (1970) mit ihrem überladenen Einkaufswagen, Jeff and Ilona, made in Heaven (1990), Jeff Koons und und seine Ex-Frau Ilona Staller in zärtlicher Umarmung . eine in Oberammergau geschnitzte und bemalte Holzplastik . oder Mori Woods, 28 schmale und über zwei Meter hohe Holzskulpturen des Japaners Shigeo Toja, die einen Wald aus Fantasie-Bäumen bilden.

Der altrömische Marktplatz, das Forum, ist Namen- und Sinngeber dieses einzigartigen Museums: Ganz bewusst wird angestrebt, Kunst nicht nur anzuschauen, sondern in ihr Kultur und Dialog zu begegnen. Hier kann Kunst auch ausgelebt werden: bei Konzerten, Theater, Ballett und Tanz . auch experimentellem ., Performances, Lesungen und Symposien. Und nicht zuletzt wird im Rahmen von Workshops die Möglichkeit geboten, selbst kreativ die eigenen Fähigkeiten auszuschöpfen.
Haltestelle Ludwig-Forum, ASEAG-Linie Bus 1, 11, 21.

Neuer Aachener Kunstverein e.V. . Forum für Gegenwartskunst
Rudolfstraße 56 . 58, 52070 Aachen
Tel.: (02 41) 50 32 55
Öffnungszeiten: dienstags, donnerstags, freitags, sonn- und feiertags 14.00 - 18.00 Uhr, mittwochs 14.00 - 20.00 Uhr.
Hier werden Projekte regionaler und internationaler Künstler ausgestellt. Darüber hinaus werden Diskussionsabende, Vorträge, Lesungen und Exkursionen angeboten.
Haltestelle Bushof, ASEAG-Linie Bus 1, 11, 14, 21, 46, 56, dort umsteigen: ASEAG-Linie Bus 2, 5, 12, 15, 22, 23, 25, 35, 45, 55, 65 bis Haltestelle Scheibenstraße oder
Haltestelle Bushof, ASEAG-Linie Bus 1, 11, 14, 21, 46, 56, dort umsteigen: ASEAG-Linie Bus 3, 13 bis Haltestelle Kaiserplatz.

Staatsarchiv und Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Museum für Kunst seit 1945 aus Nordrhein-Westfalen . ehemalige Reichsabtei)
Abteigarten 6, 52076 Aachen-Kornelimünster
Tel.: (0 24 08) 64 92
Öffnungszeiten: samstags und sonntags 15.00 - 18.00 Uhr, dienstags und mittwochs 10.00 - 13.00 Uhr sowie 15.00 - 17.00 Uhr. Führungen nach Vereinbarung. Führungen in der Abteikirche sind durch die Propsteipfarre St. Kornelius zu buchen, Tel.: (0 24 08) 21 06.
In den Räumen der ehemaligen barocken Benediktiner-Abtei Kornelimünster sind das Staatsarchiv und die Kunstsammlung des Landes Nordrhein-Westfalen untergebracht. In der Dauerausstellung "Aspekte der gegenwärtigen Kunst in Nordrhein-Westfalen" ist moderne Kunst aus der Zeit nach Ende des Zweiten Weltkrieges zu sehen. Die Palette der ausgestellten Werke reicht von den von traditioneller Malerei ausgehenden Arbeiten über abstrakte bis hin zu völliger geometrischer Gestaltungsweise. So wird die Veränderung von zeitgenössischer Kunst besonders anschaulich dargeboten.

Die zunehmende Zahl ausgestellter Plastiken zeigt schon jetzt den Platzmangel, der durch immer neue Kunstwerke die Frage nach neuen Präsentationsmöglichkeiten aufwirft. In der Abteikirche beeindrucken die Altarbilder der Aachener Künstlerin Janet Brooks-Gerloff. Sie zeigen die in Kornelimünster verehrten Heiligtümer. Die Zentralnachweisstelle des Bundesarchivs befindet sich ebenfalls in der früheren Abtei. Führungen/Anmeldung unter Tel.: (0 24 08) 14 70.
Haltestelle Gartenstraße, ASEAG-Linie Bus 3.

Suermondt-Ludwig-Museum
Wilhelmstraße 18, 52070 Aachen
Tel.: (02 41) 47 98 00
Öffnungszeiten: dienstags - freitags 11.00 - 19.00 Uhr, mittwochs 11.00 - 21.00 Uhr, samstags und sonntags 11.00 - 17.00 Uhr.
Bibliothek/Öffnungszeiten: dienstags - donnerstags 11.00 - 17.00 Uhr, freitags 11.00 - 14.00 Uhr.
Das seinen berühmten Stiftern Barthold Suermondt sowie Irene und Peter Ludwig gewidmete Museum birgt Kunst aus drei Jahrtausenden von der Antike bis zur Gegenwart. Das Neurenaissance-Haus an der Wilhelmstraße, an dessen linker Seite 1995 ein moderner Erweiterungsbau angefügt wurde, war 1888 von Eduard Linse für den Aachener Fabrikanten Eduard Cassalotte errichtet worden. Bekannt geworden ist es vor allem durch seine Sammlung mittelalterlicher Skulpturen und Gemälde sowie einen hervorragenden Bestand an moderner Kunst aus der Sammlung des Schenker-Ehepaares Ludwig. In 44 Räumen kann der Besucher Kunst aus 3.000 Jahren auf sich einwirken lassen. Neben Glasgemälden und Kunst oder Handwerk aus der griechischen Antike sind Skulpturen des 13. bis 18. Jahrhunderts oder die Werke niederländischer Künstler aus dem 15. bis 17. Jahrhundert sehenswert. Werke namhafter Meister wie Dürer, Goya oder Rembrandt sind ebenso vertreten wie in der Abteilung Klassische Moderne die Exponate von Beckmann, Corinth, Dix oder von Jawlensky.
Wechselausstellungen finden regelmäßig statt. Die Bibliothek verfügt über 35.000 Bücher und Zeitschriften.
Haltestelle Augustastraße, ASEAG-Linie Bus 3, 13.

Telefonmuseum
im Telekom-Gebäude
Am Gut Wolf 3, 52070 Aachen
Tel.: (02 41) 9 19-11 08
Einen imposanten Überblick über die rasante Technik in der Kommunikationstechnologie bietet das seit Herbst 2000 bestehende Telefonmuseum. Hier ist die . übrigens vollkommen funktionstüchtige . Fernmelde- und Telefon-Technik von der Zeit des "Fräuleins vom Amt" bis zum hypermodernen Handy zu sehen.
Führungen für Gruppen sind nach Anmeldung möglich, Einzelpersonen finden montags von 10.00 bis 13.00 Uhr Einlass.
Haltestelle Eissporthalle, ASEAG-Linie Bus 1, 11, 21, 46, 56 bis zum Bushof, dort umsteigen: ASEAG-Linie Bus 51.

Zollmuseum
Friedrichs Horbacher Straße 497, 52072 Aachen-Horbach
Tel.: (02 41) 9 97 06 15
Besichtigung und Führungen nach telefonischer Voranmeldung.
In 22 Räumen sind rund 3.000 Exponate zu sehen, die die Geschichte des Zollwesens als Einnahmequelle und Schutz für die einheimische Wirtschaft darstellen. Als lebendiges Zentrum zur Erinnerung an Grenzgeschichte und Grenzgeschichten ist neben historischen Hintergründen auch Anschauliches dargestellt. Dokumente der Gegnerschaft zwischen Zöllnern und Schmugglern sind hier ebenso zu finden wie ein Miniaturmodell des Grenzübergangs Aachen-Lichtenbusch.
Haltestelle Locht, Zollmuseum/Zollamt, ASEAG-Linie Bus 1, 11, 21, 46, 56 bis zum Bushof, dort umsteigen: ASEAG-Linie Bus 17, 44.
Zeitungsmuseum
Das Zeitungsmuseum in der Pontstraße

Zeitungsmuseum Aachen
"Standesamt der Weltpresse"
Pontstraße 13, 52062 Aachen
Tel.: (02 41) 4 32-45 08
Öffnungszeiten: dienstags - freitags 9.30 - 13.00 und 14.30 - 17.00 Uhr.
Das Zeitungsmuseum gehört zu den eher verborgenen Aachener Schätzen. Als "Standesamt der Weltpresse" hat es ein Leiter das Museum einmal anschaulich bezeichnet. Es dokumentiert die Geburt, die Hoch-Zeit und den Tod einer Zeitung mit je einem Exemplar. Das Aachener Zeitungsmuseum gilt mit 165.000 Exemplaren als weltweit größte exemplarische Zeitungssammlung.

Der Vater des Zeitungsmuseums war Oscar Franz Eduard von Forckenbeck, Amtmann aus Rheine (1822-1898). Seine Geschichte als bedeutender Zeitungssammler soll während einer 14-tägigen Schiffsreise begonnen haben. Als er eine Zeitung auf dem Boden liegen sah, machte er sich Gedanken über ihren Wert jenseits der Tagesaktualität. Um 1870 wurde aus seinem gelegentlichen Sammeln eine Passion. Um der Zeitungsflut Herr zu bleiben, erarbeitete von Forckenbeck einen Kriterienkatalog, der bis heute Gültigkeit hat: Die erste und letzte Ausgabe einer Zeitung sowie Jubiläumsausgaben werden gesammelt. Titel- und Layoutänderung, Sonder- und Extraausgaben sind ebenso museumswert wie Zeitungen, die vor Ort über ein weltweit bedeutendes Ereignis berichten . und Kuriosa wie "Het Volk".

Wer die Ausgabe vom 15. Juni 1993 aufschlägt, braucht mehr als einen kleinen Küchentisch. Unter dem stattlichen Exemplar mit einer gigantischen Länge von 1,60 Meter und einer Spannweite von 2,40 Meter könnte ein ausgewachsener Mensch verschwinden. Der einzige Grund für das Erscheinen dieser Zeitung war der Wunsch, als größte Zeitung ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. Natürlich hat auch die kleinste erschienene Zeitung ihren Platz: Sie misst zwölf mal sieben Zentimeter, heißt "Diario di Roma" und ist 1829 im Vatikan erschienen.

Auch wenn die älteste Zeitung der Welt, "Die Einkommende Zeitung" aus Leipzig von 1650, als Original in der Sammlung fehlt, birgt der Zeitungs-Schatz kleine Juwelen. Dazu gehört die Erstausgabe des "Rheinischen Merkur" vom Januar 1814, die Jubiläumsausgabe des "Le Figaro" zum 100. Geburtstag (16. November 1966) oder auch die letzte Ausgabe der "Königsberger Hartungsche Zeitung" vom 31. Dezember 1933. Mit ihr stellte eine der ältesten deutschen Zeitungen ihre Produktion ein. Wie andere Zeitungen reagierte das weit über die Grenzen Ostpreußens angesehene Blatt damit auf die Machtübernahme der NSDAP.

Natürlich zählen auch die "Aachener Nachrichten", eine von zwei Aachener Lokalzeitungen, vom 8. Mai 1945 zu den Schätzen. Nachdem Aachen am 21. Oktober 1944 als erste deutsche Stadt von den Aliierten besetzt worden war, erschienen die "Aachener Nachrichten" als erste demokratische deutsche Zeitung. Mit der Meldung vom Kriegsende am Tag der Kapitulation schrieb sie deutsche Pressegeschichte. Für den Begründer des Aachener Zeitungsmuseums von Forckenbeck, der mit einer wohlhabenden Frau aus Wassenberg nördlich von Aachen verheiratet war, war Geld kein Problem. Aufwändig war vielmehr die Beschaffung von Informationen über und von Zeitungen. Heute ist nicht die Informationsbeschaffung das Problem, sondern es ist vielmehr die spärlich gefüllte Kasse. Das Museums-Team mit zur Zeit einem hauptamtlichen Leiter und neun Ehrenamtlichen versucht mit Bittbriefen etwa an Botschaften, die in jüngeren Jahren entstandene Deutsch- und Europalastigkeit des internationalen Museums kostengünstig abzufangen. Das inhaltliche Potenzial der Sammlung blieb bis vor einigen Jahren weitgehend ungenutzt. Erst seit 1997 treiben Studenten die themenbezogene wissenschaftliche Aufarbeitung im Rahmen ihres Studiums voran.
Haltestelle Pontstraße, ASEAG-Linie Bus 1, 11, 14, 21, 46, 56 bis Bushof, dort ab Haltestelle 14 umsteigen: ASEAG-Linie Bus 4.


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